Blumenkinder auf der Hochzeit: was sie tun, was sie tragen, wann sie streuen
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Die Aufgabe: Ein Blumenkind geht vor Euch her und streut Blüten oder trägt ein kleines Sträußchen.
- Einzug, Auszug oder beides: Die Reihenfolge legt Ihr selbst fest, alle drei Wege sind möglich.
- Jeder Ort hat eigene Regeln: Das Standesamt Bochum bittet zum Beispiel, auf Reis und Blüten zu verzichten, weil es rutschig wird. Wenn Ihr vorher bei Kirche oder Standesamt nachfragt, gibt es am Tag keine Überraschung.
- Kein Mindestalter: Das Kind sollte sicher laufen, ein Körbchen halten können und Lust auf die Aufgabe haben.
- Kleidung und Kosten: Das Kind darf bequem angezogen sein, passend zu Euren Farben und in Schuhen, in denen es laufen kann. Wer was bezahlt, sprecht Ihr mit den Eltern ab.
„Kommen sie beim Einzug schon mit und streuen beim Reingehen?“
Ihr steht vor der Kirchentür, drinnen setzt gleich die Musik ein, und vor Euch warten zwei Kinder mit ihren Körbchen. Keiner weiß so recht, ob sie jetzt loslaufen sollen oder erst nachher, wenn Ihr verheiratet wieder herauskommt. Und ob die Kinder in dieser Kirche überhaupt streuen dürfen, hat vorher auch niemand gefragt.
Das alles lässt sich vor dem Tag klären: mit einem Anruf im Pfarrbüro oder beim Standesamt und einem Gespräch mit den Eltern der Kinder.
Was macht ein Blumenkind auf der Hochzeit?
Ein Blumenkind geht vor dem Brautpaar her und streut Blüten auf den Weg, oder es trägt ein kleines Sträußchen. Das kann beim Einzug in die Kirche oder ins Trauzimmer sein, beim Auszug nach der Trauung oder bei beidem. Übernehmen kann das jedes Kind, das Euch nahesteht, ob Nichte, Neffe, Patenkind oder das Kind von Freunden. Ein festes Alter gibt es dafür nicht, es reicht, wenn das Kind sicher läuft und Lust darauf hat. Ob es streuen darf, entscheidet der Ort, also die Kirchengemeinde, das Standesamt oder Eure Location.
Wann wird gestreut: beim Einzug oder beim Auszug?
Dafür gibt es drei Möglichkeiten, und keine davon ist falsch. Das Blumenkind kann beim Einzug vor der Braut durch den Gang gehen, beim Auszug vor Euch beiden her, wenn Ihr verheiratet nach draußen kommt, oder es macht beides.
Beim Einzug hat es den Auftritt mit den meisten Blicken. Alle drehen sich zur Tür, und das Erste, was sie sehen, ist ein Kind mit einem Körbchen. Für das Kind ist das auch der aufregendste Moment, weil der ganze Raum ihm zuschaut.
Beim Auszug ist die Stimmung gelöster. Die Trauung ist vorbei, Eure Gäste stehen auf, und ein Kind, das zwischendurch stehen bleibt und eine Blüte genauer anschaut, gehört einfach dazu.
Ich würde zuerst klären, ob und wo die Kinder streuen dürfen, und erst danach Einzug oder Auszug festlegen, weil Ihr mit der Antwort des Ortes schon die halbe Entscheidung habt.
Darf man in der Kirche streuen?
Das entscheidet die Gemeinde. Die Pfarrei St. Laurentius in Wuppertal hat ihre Brautpaare 2018 zum Beispiel gebeten, in der Kirche keine Blüten zu streuen. Der Grund steht gleich dabei: Zertretene Blüten greifen die Farben der zum Teil sehr alten Fliesen an. Vor der Kirche, ab dem Portal auf der Treppe, nannte dieselbe Pfarrei echte Blüten einen schönen Hingucker. Eine andere Gemeinde kann das ganz anders handhaben.
Im selben Gespräch mit dem Pfarrbüro könnt Ihr auch besprechen, wo beim Einzug und Auszug fotografiert werden darf. Worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag über das Fotografieren in der Kirche.
Und im Standesamt?
Das Standesamt Bochum bittet Paare und Gäste, auf Reis und Blüten zu verzichten, weil sie im Flur, im Rathausinnenhof und vor den Gebäuden zu Rutschpartien führen können. In Nürnberg bittet das Standesamt ebenfalls darum, rund um den Trauort keine Blumen zu streuen, und begründet das mit der Sicherheit und dem Erhalt der Trauorte.
Wenn Ihr nur standesamtlich heiratet, muss das Blumenkind deshalb nicht wegfallen. Es kann trotzdem vor Euch hergehen, nur eben mit etwas anderem in der Hand.
Wenn Streuen nicht erlaubt ist
Dann bekommt das Kind eine andere Aufgabe, und die ist kein bisschen kleiner. Ein Sträußchen in der Hand sieht beim Einzug genauso schön aus wie ein Körbchen, vielleicht als kleine Ausgabe Eures Brautstraußes. Beim Auszug sind auch Seifenblasen eine Möglichkeit. Sie machen weniger Arbeit als Reis oder Blüten, weil hinterher niemand fegen muss, erlaubt sind sie damit aber nicht automatisch überall.
Wo der Ort draußen Blüten erlaubt, können die Kinder dort streuen, sobald Ihr aus der Tür tretet. Falls es an dem Tag regnet, findet Ihr Ideen im Beitrag über Regen am Hochzeitstag.
Echte Blüten oder Seidenblüten, und wie viel?
Künstliche Blüten, etwa Seidenblüten, können echten zum Verwechseln ähnlich sehen, und sie welken nicht. Draußen haben sie einen Haken, wenn sie aus Kunststoff sind. Die Wuppertaler Pfarrei hat 2018 darum gebeten, keine Plastik-Rosenblätter und kein Plastikkonfetti zu streuen, weil sie sich schnell im ganzen Stadtteil verteilen und dort vielleicht erst in 30 Jahren verrotten.
Echte Blüten verrotten, haben aber eigene Tücken. Auf altem oder hellem Steinboden können zertretene Blüten Farbe abgeben, so wie es die Wuppertaler Pfarrei für ihre Fliesen beschreibt. Und ein dichter Blütenteppich kann auf glattem Boden rutschig werden.
Wie viele Blüten Ihr braucht, hängt an der Länge des Weges, an der Zahl der Kinder und daran, wie großzügig jedes streut. Eine feste Menge pro Kind lässt sich deshalb kaum nennen. Wenn Ihr das Körbchen einmal füllt und das Kind eine ähnlich lange Strecke gehen lasst, seht Ihr, ob die Blüten bis vorne reichen.
Wie alt sollten Blumenkinder sein?
Kann das Kind schon sicher allein durch einen Raum voller Menschen laufen? Wenn es dazu ein Körbchen eine Weile halten kann und Lust auf seinen Auftritt hat, passt es. Wie alt es dafür sein soll, entscheidet Ihr zusammen mit den Eltern. Ob es Lust hat, erfahrt Ihr am schnellsten, wenn Ihr es fragt.
Ganz kleine Kinder machen es auf ihre eigene Art. Ein volles Körbchen kann nach zwei Schritten ausgekippt auf dem Boden liegen, alles auf einmal. Bei den Kleinsten würde ich das Körbchen deshalb nur halb füllen, weil es dann leichter ist und beim Kippen weniger herausfällt. Noch einfacher wird es mit einem Sträußchen in der Hand, oder das Kind läuft an der Hand eines Erwachsenen mit.
Können auch Jungen Blumenkinder sein?
Ja, natürlich: Ein Junge heißt in dieser Rolle Blumenjunge und macht dasselbe wie ein Blumenmädchen. Zwei Kinder können auch zusammen gehen, Geschwister zum Beispiel oder Cousin und Cousine, dann hat jedes jemanden an seiner Seite. Wer von den Erwachsenen bei Euch mitläuft und was Trauzeugen und Brautjungfern übernehmen, steht im Beitrag über Brautjungfern und Brautführer.
Was tragen Blumenkinder?
Bei der Kleidung habt Ihr zusammen mit den Eltern freie Hand. Für ein Blumenmädchen kann das ein Kleid sein, ein Rock mit Bluse oder ein festlicher Overall, für einen Blumenjungen Hose und Hemd, vielleicht mit Fliege oder Hosenträgern.
Was es auch wird: Das Kind sollte darin laufen, sitzen und auch mal auf dem Boden knien können, ohne dass jemand die Luft anhält. Schuhe, die es vorher schon ein paarmal anhatte, sind am Tag keine Überraschung mehr. Wenn es draußen kalt ist, gehört eine Jacke oder ein Mantel darüber, gerade wenn Ihr zwischendurch den Ort wechselt. Für die Haare reicht ein kleiner Blumenkranz oder eine Spange, solange nichts zieht oder piekst.
Kleidung abstimmen
Wenn das Kind farblich zu Euch passen soll, reicht ein Farbton, der sich wiederholt: aus Euren Hochzeitsfarben, aus den Blumen im Strauß oder von den Kleidern der Brautjungfern. Das kann die Schleife am Kleid sein, die Fliege oder ein Band am Körbchen.
Wenn das Kind beim Getting Ready dabei sein darf, kann es sich die Haare gleich mit machen lassen und gehört schon am Morgen dazu. Eine Frisur, die schnell sitzt, ist dabei besser als eine, für die es lange stillhalten muss.
Wer bezahlt?
Dafür gibt es keine feste Regel, also macht Ihr es mit den Eltern aus. Eine einfache Aufteilung sieht so aus: Wenn Ihr Euch ein bestimmtes Kleid oder einen bestimmten Anzug wünscht, übernehmt Ihr die Kosten. Bei Kleidung aus dem eigenen Schrank stellt sich die Frage kaum. Körbchen und Blüten besorgt Ihr nebenbei mit der übrigen Deko.
So bereitet Ihr Eure Blumenkinder vor
Wenn das Kind den Weg schon kennt und vorne ein vertrautes Gesicht sieht, kann sich der große Moment für es kleiner anfühlen. Dafür braucht es nur ein paar kleine Schritte vor dem Tag.
Üben, aber kurz
Einmal den echten Weg zu gehen, hilft schon. Wenn die Kirche oder der Trauort vorher offen ist, zum Beispiel bei einem Termin zur Vorbereitung, könnt Ihr das Kind mitnehmen, damit es den Gang einmal gesehen hat. Zu Hause geht es auch: Ihr legt ein paar Papierschnipsel ins Körbchen, und das Kind zeigt Euch im Flur, wie es läuft. Ein paar kurze Runden in den Wochen davor reichen, und wenn es Spaß macht, fragt es vielleicht von allein nach der nächsten.
Eine vertraute Person in der ersten Reihe
Wenn sich alle umdrehen und das Kind anschauen, kann ihm das plötzlich zu viel werden. Dann hilft ein bekanntes Gesicht am Ziel. Wenn Mama, Papa oder Oma vorne in der ersten Reihe sitzen, sieht das Kind sie schon vom Gang aus und weiß, wohin es läuft. Für den Rest des Tages ist es gut, wenn jemand, den das Kind kennt, ein Auge auf es hat, denn aufgeregte Kinder haben viele Fragen.
Wenn das Kind nicht will
Es kann passieren, dass ein Kind am Tag stehen bleibt, weint oder gar nicht erst losgehen mag, oder dass es während der Trauung auf dem Arm einschläft. Das darf alles so sein, und niemand muss das Kind überreden. Der Einzug darf so geplant sein, dass er auch ohne das Kind funktioniert, weil sich gerade bei den Kleinsten erst am Tag zeigt, ob sie mögen. Dann nimmt im Zweifel Mama oder Papa das Kind zu sich, und Ihr geht trotzdem los.
Wenn außer den Blumenkindern noch mehr Kinder kommen, findet Ihr im Beitrag über Hochzeiten mit Kindern Ideen für sie.
Warum gibt es Blumenkinder?
Woher der Brauch genau kommt, kann ich Euch nicht sicher sagen. Eine Deutung, die zum Tag passt, ist diese: Ein Kind, das zu Euch gehört, geht Euch voraus und schmückt den Weg, den Ihr gleich nehmt. So holt Ihr die Jüngsten aus Familie und Freundeskreis mit in die Trauung, mit einer Aufgabe, die sie verstehen und auf die sie stolz sein dürfen.
Auf dem Arbeitsblatt tragt Ihr für jedes Blumenkind ein, wann es läuft, was es streut oder trägt, was Kirche und Standesamt erlaubt haben und wer vorne für das Kind da ist. Das Blatt könnt Ihr den Eltern mitgeben.
Kein Formular, keine E-Mail-Adresse. 3 Seiten, A4, 190 KB.

Erzählt mir von Eurem Hochzeitstag. Im kostenlosen Kennenlerngespräch könnt Ihr mir alle Fragen stellen, auch die zum Ablauf Eurer Trauung.
Häufige Fragen zu Blumenkindern
Zum Schluss
Ein Blumenkind braucht nicht viel: einen Weg, den es schon einmal gegangen ist, etwas in der Hand, das es gut halten kann, und jemanden in der ersten Reihe, der ihm zulächelt.
Euer erster Schritt ist ein kurzer Anruf: Fragt im Pfarrbüro oder beim Standesamt, ob und wo die Kinder streuen dürfen. Mit der Antwort könnt Ihr zusammen mit den Eltern alles Weitere planen, und auf dem Arbeitsblatt habt Ihr dafür Platz.
Wenn Ihr in Bochum oder anderswo in NRW heiratet, findet Ihr mehr über meine Arbeit auf der Seite Hochzeitsfotograf Bochum.
Quellen: Stadt Bochum, Standesamt: Allgemeine Informationen rund um die Trauung · Stadt Nürnberg, Standesamt: Hinweise für Ihren Hochzeitstag · Pfarrei St. Laurentius und Herz Jesu, Wuppertal: Hochzeitsvorbereitungen an St. Laurentius und Herz Jesu (Juli 2018) · Anika Kempf: Die Liebe feiern mit Tradition und Spaß, evangelisch.de (16.06.2026) · Die Fragen rund um Blumenkinder stammen aus Planungsdiskussionen auf hochzeitsforum.org und urbia.de. Alle Seiten abgerufen am 18.10.2026.


